Kaub


Kaub mit der Burg Gutenfels
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

Das romantische Städtchen Kaub kann auf eine mehr als 1000jährige schriftlich belegte Geschichte zurückblicken. Im Mittelalter war hier eine Zollstätte, aus der mit dem Bau der Burg Pfalzgrafenstein das Wahrzeichen der heutigen Stadt Kaub hervorging. Die ehemalige Stadtbefestigung mit Wergängen und Türmen ist zum großen Teil erhalten geblieben.

Dder Weinbau war und ist noch heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mit einer Anbaufläche von etwa 70 ha gehört Kaub zu den bedeutendsten Weinorten am Rhein.

Außer im Weinbau fanden hier früher viele Menschen Arbeit als Rheinlotsen oder Leienbrecher (Schieferbrecher). Der 1353 erstmals im Mittelalter erwähnte Schieferabbau wurde noch bis 1930 betrieben. Der Schiefer wurde ursprünglich im Tagebau, später im Untertagebau gewonnen. Nachweislich verwendeten schon die Römer Schiefer aus Kaub zum Bau des Limes.

Die gefährliche Gebirgsstrecke des Rheins führte dazu, dass aus Kaub die besten Schiffsleute stammten. Hier bestand auch die größte Lotsenstation. Inzwischen wurde die Fahrrinne vertieft und auch der Einsatz technischer Hilfsmittel wie Radar macht heute den Beruf des Rheinlotsen in dieser Region überflüssig.


Feldmarschall Blücher
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

Früher nannte man den Ort 'Cuba'. Woher dieser Name kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Er könnte aus dem keltischen Wort "Cabi" = "kleines Haus" entstanden sein. Aber auch der Ursprung aus dem lateinischen Wort "cubare" = lagern ist denkbar und könnte sich auf die Schieferlager oder den früher von den Römern vermutlich unterhaltenen Vorposten beziehen. Der Name könnte auch aus dem Wort 'Cupa' = Kufe entstanden sein, weil der heilige Theonest der Legende nach auf einer beschädigten Kufe den Rhein hinabtrieb und von den Bewohnern des heutigen Kaub gerettet wurde. Zum Dank missionierte er sie und brachte die ersten Weinreben in die Region.

In der Neujahrsnacht 1813/14 überquert Feldmarschall Blücher (Fürst Blücher von Wahlstadt, genannt 'Feldmarschall Vorwärts') hier während der Freiheitskriege bei der Verfolgung Napoleons mit seinem Heer auf einer von russischen Pontonieren erbauten Pontonbrücke den Rhein. Der Weg auf die linke Rheinseite führte über die kleine Insel, auf der die Burg Pfalzgrafenstein steht.

Das Heer bestand aus etwa 50.000 Soldaten (Preußen und Russen) 15.000 Pferden und 182 Geschützen. Die Überquerung dauerte bis zum 6. Januar 1814. Damit war die Voraussetzung geschaffen, Napoleon in der Schlacht von Waterloo zu schlagen und Europa zu befreien.

In dem Haus, in dem er damals übernachtete, dem ehemaligen Gasthof 'Stadt Mannheim' (erbaut 1780), ist seit 1913 das Blüchermuseum untergebracht. Außerdem erinnert ein Denkmal in der Stadt an diese historische Tat.

 

Geschichte

•  Funde aus der La-Tene-Zeit beweisen, dass die Region schon mindestens seit 500 v. Chr. besiedelt war. 1925 wurde am Fuß des 'Dicken Turms' eine Grabstätte mit Beigefäß (Tongefäß) aus dieser Zeit gefunden.

•  Am 14. Juni 983 wird Kaub erstmals in der sogenannten 'Veroneser Schenkung' von Kaiser Otto II. auf dem Reichstag in Verona in einer Urkunde erwähnt. Kaub, damals 'Cubam' genannt, gelangt in den Besitz des Erzstiftes von Mainz.

•  1257 werden Kauber Zolleinnahmen erstmals erwähnt. Burg und Zollrechte sind jetzt in der Hand der Herren von Falkenstein.

•  1277 verkaufen die Falkensteiner die Burg einschließlich der Zollrechte für 2300 Mark Aachener Denare an die Pfälzer.

•  1289 erwirbt Ludwig II. von der Pfalz auch noch die restlichen Rechte der Falkensteiner. Auch die Güter zu Kaub, Weisel, Beiden Dörscheid und Ransel gehen nun in Pfälzisches Eigentum über.

•  Am 23. März 1324 verlieh Ludwig der Bayer Kaub die Stadtrechte und städtische Freiheiten. Kurz darauf wird die Stadtbefestigung erweitert.

•  1479 existierte in Kaub eine Schule, was in der damaligen Zeit unüblich war

•  1504 werden Kaub und die Burg Gutenfels von Landgraf Wilhelm von Hessen 6 ½ Wochen lang belagert. Eine steinerne Gedenktafel am ehemaligen kurpfälzer Amtshaus erinnert noch heute an die erfolgreiche Verteidigung.

•  Im 30jährigen Krieg wird Kaub häufig von Soldaten belagert. Hungersnöte und Seuchen machten der Bevölkerung zu schaffen.

•  1635 richtet ein Feuer großen Schaden an. Auch Schule, Rathaus und Pfarrhaus fallen den Flammen zum Opfer.

•  Nach dem Ende des Krieges gab es in Kaub nur noch 66 Wohnhäuser und 198 Einwohner. Es dauerte mehr als 100 Jahre, bis sich Kaub von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges erholt hatte.

•  1742 gibt es in Kaub wieder 133 Gewerbetreibende. Darunter sind 39 Leienbrecher (Schieferbrecher), 8 Steuermänner, 3 Nachenführer, 1 Schiffbauer, 6 Bäcker, 5 Metzger, 4 Bierbrauer und 4 Krämer (Gemischtwarenhändler). Daneben wurde von fast jedermann Weinbau betrieben.

•  1802 gehört Kaub zu Hessen.

•  1806 zum Herzogtum Nassau.

•  1813/14 Rheinüberquerung durch Blücher.

•  1866 wird Kaub preußisch.

•  In der Nacht vom 10./11. März 1876 werden bei einem Bergrutsch 26 Menschen getötet und 10 Wohnhäuser zerstört. Die etwa 100.000 m² Geröll verbreiterten das Rheinufer. Auf diesem Gelände steht heute das Blücherdenkmal. Rechts neben der Burg Gutenfels sieht man eine große Senke, die durch den Bergrutsch entstand.

 

Sehenswertes

Blücherdenkmal

Das Blücherdenkmal erinnert an die Rheinüberquerung Blüchers bei der Verfolgung Napoleons. Es wurde am 18. Juni 1894 feierlich eingeweiht.

Der Entwurf stammte von dem Berliner Bildhauer Professor Friedrich Schaper.

Guß: Metallgießerei Walter Gladenbeck in Friedrichshagen.


Blüchermuseum (Metzgergasse 6)

Seit 1913 befindet sich das Blüchermuseum im ehemaligen Quartier des Feldmarschalls, dem 1780 erbauten Gasthaus 'Stadt Mannheim'.

Täglich geöffnet außer Montags.


Das Blüchermuseum
Russische Pontoniere bauten 71 dieser
Leinwandpontons für Blüchers Rheinüberquerung
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

Burg Gutenfels

Oberhalb der Stadt Kaub befindet sich die Burg Gutenfels aus dem 13. Jahrhundert.

Sie galt als eine der schönsten und geräumigsten Burgen am Rhein (mehr...).


Burg Pfalzgrafenstein

Die berühmte Burg Pfalzgrafenstein wurde im 14. Jahrhundert auf einer Rheininsel vor Kaub als Zollburg und zur besseren Überwachung der Rheinschifffahrt errichtet.

Nie wurde sie seitdem von Feinden zerstört, weshalb sie bis heute im Original erhalten blieb (mehr...).

 


Dicker Turm

Der Dicke Turm, auch Diebsturm genannt, wurde 1485 - 1487 als Bollwerk der Stadtbefestigung erbaut. Die Turmhaube ist mit einem 12eckigen hölzernen Wehrgang ausgestattet.

1806 gelangte er nach seiner Versteigerung in Privatbesitz.

1925 wurde an seinem Fuß eine Grabstätte mit einem Tongefäß als Grabbeigabe aus der La-Tene-Zeit um ca. 500 v. Chr. gefunden.


Kurpfälzische Amtskellerei

Das hintere Hofgebäude wurde 1610-1611 auf den Mauern eines Gebäudes aus dem 14. Jahrhundert errichtet.

Hier war die Amtskellerei mit Kelterhaus sowie Frucht- und Salzspeicher. Das Vorderhaus wurde 1722 erbaut. Hier war zunächst die Verwaltung des kurpfälzischen Unteramtes Kaub untergebracht und später unter Preußen zunächst das Preußische Rentenamt und dann die staatliche Forstverwaltung.

Heute ist der gesamte Komplex im Besitz des Heimat & Kulturvereins Kaub e.V..


Leiterberger Turm

Der Leiterberger Turm wurde um 1320 als Teil der ab 1324 erweiterten Stadtbefestigung zum Schutz der Dörscheider Pforte und des Weiseler Tores errichtet. Seit etwa 1875 wird er im Volksmund Philippinenburg genannt.

Der seit dem Mittelalter immer bewohnte Turm hatte früher vermutlich ein Fachwerkobergeschoss und ein hohes Walmdach. Seit 1807 befindet er sich nach einer Versteigerung in Privatbesitz.


Der Leiterberger Turm
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

Aufstieg zum Leiterberger Turm
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kurfürstliches Amtshaus (Zollstraße 42)

Der im Volksmund Leyenhäuschen genannte Fachwerkbau war das Amtshaus der Stadt Kaub. Er wurde 1552 an die alte Stadtmauer angebaut.

Ursprünglich war hier die Zollschreiberei untergebracht, später der Wohnsitz des kurpfälzischen Amtmanns.

 

Über dem Eingang zum Hof ist das Wappen der Pfalzgrafen bei Rhein angebracht.

Der rote Schild in der Mitte des Wappens bedeutet, dass der Pfalzgraf die oberste Gerichtsbarkeit ausübte, also auch die Todesstrafe verhängen durfte.

Links neben dem Eingang zum Hof ist eine steinerne Gedenktafel angebracht mit folgenem Inhalt:

"Im Jahre 1504 von Christi Geburt an gezählt, von Sonntag nach Maria-Himmelfahrt, wurde Kaub sechs und eine halbe Woche belagert. Mit ganzer Macht und Heereskraft durch die Landgrafschaft Hessen Neunhundert Geschützkugeln aus Stein gehauen, deren Größe ihr hier unten schauen könnt, und achthundertdreißig echt gegossene Kugeln, sind von den Hessen verschossen, gefunden worden, ohne die zerbrochen und verloren auch sind etliche in dem Rhein versunken. Und obwohl das Schloß Burg Gutenfels nicht so erbaut war, wie es seit dieser Zeit her von Pfalzgraf Ludwig neu ausgebaut worden ist, mußten dennoch die fremden Gäste (Belagerer) Kaub bei der Kurpfalz bleiben lassen. Das schreiben wir Gottes Gnade zu und auch der wehrhaften Hand. Diese erhalten unser Vaterland."

Bei 1993 vorgenommenen Ausgrabungsarbeiten am Zollplatz wurden alte Kanonenkugeln gefunden, die aus dieser Belagerung von 1504 stammen. Sie sind recht neben dem Eingang zum Hof und im Hof zu sehen.

Im Innenhof befindet sich der Eingang zum Kurfürstlichen Amtshaus sowie zu dem angrenzenden Amtsturm, der Bestandteil der Befestigungsanlage war.

Bei der Belagerung 1504 verlor er das Dach. Es wurde bis heute nicht mehr erneuert.

Am Turm sind verschiedene Wasserstandsmarken angebracht. die höchste Marke stammt vom 3. Februar 1850.

Der Wehrgang rechts neben dem Turm stammt vermutlich aus der Zeit um 1340.


Lotsenstation

Auf den gefährlichen Strecken Kaub-Bingen und Kaub-St. Goar wurden früher Lotsen eingesetzt. In Kaub arbeiteten zeitweise bis zu 107 Lotsen. Neben Weinbau und Schieferabbau war das Lotsengewerbe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Als das Flußbett entschärft wurde, wurden sie überflüssig.


Der Marktbrunnen

Ein steinerner Löwe auf dem Marktbrunnen hält ein Wappen, das an die Entstehung des Brunnens erinnern soll.

Die Inschrift lautet:

 

"Im XI. Jahre
der glorreichen Regierung
WILHELM,
Souverainen Herzogs von Nassau
wurde dieser Haup Brunnen
nebst V. Neben Brunnen
errichtet
der Bach überwölbt
und ein neues
Straßen Pflaster gelegt.
1828."

 


Pegelturm

Der 17,35m hohe Rheinpegelturm wurde 1925 erbaut. Er zeigt den Pegelstand der Fahrrinne bei Kaub an.

Nach ihm richtet sich noch heute die Abladetiefe der Schiffe auf der sogenannten 'Gebirgsstrecke' zwischen St. Goar und Bingen.

 

Städtisches Verkehrsamt Kaub
Metzgergasse 26
56349 Kaub
Tel.: 06774 - 222
Fax.: 06774 - 8230
Email: stadt.kaub@t-online.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag
von 8:00 bis 12:00 Uhr

 

 

Bilder


Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub mit der Burg Gutenfels
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Kaub mit der Burg Gutenfels
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Kaub mit der Burg Gutenfels
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Kaub mit der Burg Gutenfels
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub mit der
Burg Gutenfels
und der Burg Pfalzgrafenstein
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Kaub mit der Burg Gutenfels
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub
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Kaub
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Kaub
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Kaub
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Kaub
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 


Kaub. Der Weseler Turm, auch Fuchseturm
genannt, gehörte als reiner Wehrturm zur
Stadtbefestigung.
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

 

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Gemütliche Ferienwohnung für 2-3 Personen, direkt am Rheinsteig gelegen.

Einzelzimmer/Singleroom auf Anfrage     Doppelzimmer/Doubleroom bis 35,00 €

kindergerecht Terrasse
Nichtraucherzimmer Bad Dusche WC Föhn Radio TV auf Zimmer Video auf Zimmer

Hotel Deutsches Haus
Schulstr. 1, 56349 Kaub
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Links

http://www.stadt-kaub.de
Die Homepage der Stadt Kaub


http://www.freistaat-flaschenhals.de
Ein Kuriosum aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts

 

 

 

 

 

 

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www.Rheintourist.de