Das Bonner Münster

Sicherlich lohnend ist ein Besuch des mächtigen Bonner Münsters. Es wurde in seiner heutigen Fom im 13. Jahrhundert fertiggestellt und war die erste Kirchengroßanlage im Rheinland. Sie vereint harmonisch romanische und gotische Stilelemente. Wenn sich auch das Panorama der Stadt seit dieser Zeit weitgehend verändert hat, so ist doch das Münster immer noch beherrschend für das Bonner Stadtbild.

Im Inneren sind u.a. der Magdalenenaltar aus marmoriertem Holz, die kleine Holzfigur des heiligen Martin, das Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert und eine Sitzmadonna zu bewundern.

Geschichte


Cassius und Florentius,
die Schutzpatrone der Stadt Bonn
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

Der ursprüngliche Bau entstand aufgrund des Märtyrertodes der Soldaten Cassius, Florentius und anderer, die in der römischen thebäischen Legion dienten und vor Ende des 3. Jahrhunderts aufgrund ihres christlichen Glaubens hingerichtet wurden. Ihre Skulpturköpfe kann man vor dem Münster bestaunen.

Bei ihren Gräbern richteten Gläubige eine Totengedenkstätte, die sogenannte 'Cella Memoriae' ein. Ende des 4. Jahrhunderts wurde sie mit einer Saalkirche von etwa 9m x 14m überbaut. Urkundliche Überlieferungen aus dem Jahr 691 erwähnen hier eine Gemeinschaft von Geistlichen.

Um 780 erfuhr der Kirchenbau eine Erweiterung im karolingischen Stil.

Im 11. Jahrhundert legte man die bestehenden Gebäude nieder und ersetzte sie durch einen romanischen Neubau. Die Märtyrergräber wurden dabei in den romanischen Kirchenneubau einbezogen. Vom Bauwerk aus dieser Zeit sind ausser der Gruft Teile der Krypta, Teile der Wände des Hochchores und das Westwerk erhalten.

Mitte des 12. Jahrhunderts liess Probst Gerhard von Are (1126-1169) den Ostchor mit den beiden Flankentürmen erweitern. Die Choranlage mit der umlaufenden Zwerggalerie erwies sich dabei als stilbildend für weitere Sakralbauten des Rheinlandes. Die Stiftsgebäude und der Kreuzgang an der Südseite wurden ebenfalls fertiggestellt.

Etwa 40 Jahre später erhielt das Chorhaus Kreuzrippengewölbe. Um 1200 begann der Ausbau mit fünfseitigem Abschluss der Querschiffe, dier Vierung und eines achteckigen zentralen Turmes.

Anfang des 13. Jahrhunderts erneuerte man das Langhaus. Die Seitenschiffe wurden verbreitert und die Westapsis neu gestaltet. Die Münsterbasilika wird in das Stadtsiegel der Stadt Bonn aufgenommen.

Das Münster hatte nun seine endgültige, noch heute bestehende Form erhalten. Etwa zur selben Zeit, als das Münster vollendet war, wurde der Grundstein zum Bau des Kölner Doms gelegt (1248).

 

Weitere Geschichtsdaten des Bonner Münster:
1314 Krönung Friedrichs des Schönen von Österreich zum deutschen Gegenkönig.
1346 Krönung Karls IV. zum deutschen Gegenkönig.
1583 Zerstörung und Raub der Inneneinrichtung im Truchsessischen Krieg.
1587 Erneute Plünderung und Raub des Kirchenarchivs durch Martin Schenk von Nideggen.
1802 Aufhebung des Stifts, Säkularisation.
1804 Bestimmung zur nunmehrigen Pfarrkirche St. Martin durch den Bischof von Aachen.
1956 Erhebung des Münsters in den Rang einer 'Basilika Minor'.
1980 Papstbesuch in Bonn. Johannes Paul II. betet am Schrein der Heiligen Cassius und Florentius.

 


Der Kreuzgang im Bonner Münster
Foto: Copyright by Rainer Schmitz

Im Innenhof des Münsters befindet sich ein ruhiger mittelalterlicher Kreuzgang mit drei Bogengängen und Märtyrergräbern, die zur Meditation oder bloß zur architektonischen Bewunderung einladen.

Es ist der einzige gut erhaltene romanische Kreuzgang nördlich der Alpen.

 


Das Münster um 1895

Links

http://www.bonner-muenster.de
Die ofizielle Homepage des Münsters

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www.Rheintourist.de